Bundesfachverband für Besonnung
Licht ist Leben

Umfrage des Branchenverbands SLS bei "Zertifizierten Sonnenstudios"

Fast alle zertifizierten Studios sind zufrieden

Gütesiegel "Geprüftes Sonnenstudio"

Im Oktober 2007 wurde auf Veranlassung des Herstellerverbands SLS eine repräsentative Umfrage bei den bis zu diesem Zeitpunkt zertifizierten Sonnenstudios durchgeführt. Unmittelbar nach Einführung des revidierten Gütesiegels "Geprüftes Sonnenstudio" sollten die Erfahrungen der seit 2003 zertifizierten Studios erhoben und für die Kampagne zur möglichst umfassenden Qualifizierung und Zertifizierung von Sonnenstudios fruchtbar gemacht werden.

Hier die Ergebnisse in Kurzform (auch als PDF-Liste und graphische Darstellung der Mittelwerte) - zu Struktur und Methode der Untersuchung unten auf der Seite (Fragebogen hier).

Checkliste der wichtigsten Ergebnisse

  1. 96,6 % der befragten Entscheidungsträger bezeichnen den eingeschlagenen Weg der Zertifizierung als zukunftsweisend, halten ihre Entscheidung für richtig (83,3%) und bekennen sich nachdrücklich dazu!
  2. 97,8 % würden nach diesen ersten Erfahrungen mit ihren geprüften Sonnenstudios diese Entscheidung erneut treffen!
  3. Einer der Gründe: Es gingen kaum Alt-Kunden verloren.  Nur 6,6 % der Befragten beklagen einen Kundenweggang. 
  4. Dass bisher versäumt wurde, das „Zertifizierte Solarium“ bzw. das „Geprüfte Sonnenstudio“ bei den Verbrauchern als „Marke“ zu etablieren, zeigt die relativ geringe aktive Nachfrage der Kunden (27,8 %). 
  5. Nur 1,9 % werben aus Kostengründen nicht für ihr zertifiziertes Studio, 68,8 % geben dagegen an, laufend für ihr Studio zu werben.
  6. Etwa ein Viertel verzeichnet zufriedenere Kunden seit der Zertifizierung (24,4%). Bedenkt man, dass für die Stammkundschaft nur die „Bräuneleistung“ der Studios im Vordergrund stand, dann erscheint, diese Tatsache vielversprechend. Dass allerdings die Studios zu Null Prozent (!) meinen, sie brauchen ihren Service insgesamt nicht zu verbessern, stimmt nachdenklich und bestätigt das situative Geschäftsgebaren sowie das Fehlen von längerfristigen Konzepten.
  7. Im Widerspruch dazu steht jedoch die wirtschaftliche Lage der Betriebe. Nur 14,4 % geben an, dass mit der Zertifizierung auch Geld verdient wird, 70 % konnten keine höheren Preise durchsetzen.
  8. Fast jedes zweite Studio gibt an, dass sich die Beratungsintensität stark verändert hat (48,9 %). Hier wirkt sich auch die positive Beurteilung der RTS-Schulung durch die Akademie für Besonnung (AfB) aus.
  9. (84,5 %), immerhin betonen schon 78,9 % der Entscheidungsträger, dass man inzwischen gelernt hat, mit den gesundheitlichen Effekten der Sonnenbank erfolgreich umgehen zu können.
  10. Insgesamt ist festzustellen, dass sich aus dem Zertifizierungsverfahren Motivkräfte entwickelt haben, die der Studiomannschaft positive Impulse geben (70,0 %).
  11. Nachträglich gesehen, sind die Schwierigkeiten, die anfänglich die Diskussion des Zertifizierungsverfahrens bestimmten, eher marginal zu bewerten. 5 % sprechen zwar von außerordentlichen Anfangsproblemen und 32 % beklagen die Verzögerungen durch Nichtbereitstellung von Betriebsbüchern, doch nachträglich werden die befürchteten Organisationsprobleme eher als gering eingeschätzt (90,1 %).
  12. Die Unterstützung durch die Industrie wird von den meisten wohlwollend zur Kenntnis genommen, nur 3,3% mäkeln daran herum.
  13. Den Zertifizierungsstellen wird gute Arbeit bescheinigt (68,9 %).
  14. Auch die bereits vermutete psychologische Barriere, die sich aus der Begrenzung der Höchstbestrahlungsstärke von 0,6 Watt/qm herleitete, hat nach heutiger Erfahrung den Besonnungsbetrieben keinen Schaden gebracht (90,0 %).
  15. Die anfänglichen Hürden scheinen aber weitgehend überwunden, denn nur 2,2 % finden sich mit den neuen Bedingungen in der Organisation ihres Betriebsablaufes noch immer nicht zurecht.
  16. Insgesamt sind mit der Zertifizierung 57,8 % zufrieden, konnten doch immerhin 85,5 % ihre Marktstellung nach eigenen Angaben unter den Wettbewerbern (nicht zertifizierte Studios) festigen.
  17. Gewünscht wird ein stärkerer Erfahrungsaustausch mit anderen geprüften Sonnenstudios (66.6 %).

Zu Struktur und Methode der Untersuchung

Die Adressen der 150 in die Untersuchung einbezogenen Sonnenstudios (Grundgesamtheit) wurden der vom BfS veröffentlichten Liste entnommen.

Als Untersuchungsmethode wurde die standardisierte schriftliche Befragung gewählt.

Die Erhebung der Daten wurde vom vom 2. bis zum 15.Oktober 2007 durchgeführt.

Als Nettostichprobe wurden 90 geprüfte Sonnenstudios (60 % der derzeitigen
Grundgesamtheit) in die vorliegende Analyse einbezogen.

Die Ergebnisse können als repräsentativ gewertet werden

Im Durchschnitt bestehen die in die Studie einbezogenen Besonnungsbetriebe bereits 14 Jahre und wurden zwischen dem 13.10.2005 und 20.08.2007 zertifiziert.

Auskunft erteilten die jeweiligen Inhaber/innen (55,6 %) sowie leitende Angestellte (44,4 %).

Etwa die Hälfte der Befragten (51,1 %) konnte nur in einem 6-monatigen Zeitraum bei schwierigen Marktbedingungen Erfahrungen mit ihrem geprüften Sonnenstudio sammeln – dies erklärten beispielsweise die unsicheren Angaben zum erzielten Umsatz (Umsatzeinbruch: 4,4 %, Umsatz gleich geblieben: 73,3 %, Umsatzzuwachs: 22.2%).

Verschiebung der Altersstruktur in zertifizierten Studios

Interessant ist aber eine deutliche Verschiebung der Altersstrukturen gegenüber der Klientel der nicht zertifizierten Studios, die in früheren Studien seit 1994 festgestellt wurden:

Ca. 90 % der Kunden der normalen Sonnenstudios sind bis 35 Jahre alt, die Älteren sind nur mit knapp 10 % vertreten (vg. HdM 1994, 1999). Die vorliegenden Ergebnisse dieser Studie zeigen ein anderes Altersbild: 81,9 % sind unter 35 Jahre, 19,1 % sind älter. Damit scheint sich der bislang gewonne Eindruck, dass das Alter der Klientel der geprüften Sonnenstudios steigt, zu bestätigen.

Beschäftigte in "Gesprüften Sonnesntudios"

Die Beschäftigungsverhältnisse in den geprüften Studios liegen je nach Größe zwischen 1 und 12 Mitarbeitern, die entweder als freie Kräfte oder überwiegend als geringfügig Beschäftigte ein festes Arbeitsverhältnis haben.

Die Standorte der untersuchten Betriebe liegen überwiegend in mittelgroßen Gemeinden und größeren Städten, nur 3 von 90 geprüften Sonnenstudios kommen aus Gemeinden mit bis zu 5000 Einwohner (vgl. Tabellen in Anhang).
Die Auskunft gebenden Personen (38 % weiblich, 52 % männlich) liegen altersmäßig im Schwerpunkt zwischen 26 und 44 Jahren, haben alle eine relativ gute Schulbildung (nur 6,7 % Hauptschulabschluss, 17 % Realschule, 30 % Abitur, 37 % Hochschulabschluss!!).