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Sie sind hier: photomed.de / Studio-Praxis / Studio und Gesundheit / Vitamin D und Multiple SkleroseStand: 22.01.2007

Sonnenschein-Vitamin schützt vor Multipler Sklerose

US-Studie belegt die Bedeutung des Vitamin D für das Immunsystem

Prof. Alberto Ascherio und sein Team belegen die Wirkung des "Sonnenschein-Vitamins" bei MS

Prof. Alberto Ascherio

Das "Vitamin D-Jahr" 2006 endet wie es begonnen hat - mit einer aufsehenerregenden Entdeckung: Das ?Sonnenschein-Vitamin?, Vitamin D, schützt vor Multipler Sklerose und mindert das Risiko, an MS zu erkranken um bis zu 62 Prozent.

Multiple Sklerose (MS) ist eine der tückischsten Krankheiten, bei der das ausser Kontrolle geratene Immunsystem die schützende Hülle um die Nervenfasern des Gehirns und des Rückenmarks zerstört. Mehr als 2.000.000 Menschen, überwiegend Frauen und Jugendliche, leiden weltweit an dieser Krankheit. Die Ursachen sind bisher nicht bekannt.

Hellhäutige und Jugendliche profitieren am meisten

Die Erkenntnis über die Wirkung des Vitamin D bei der Senkung des MS-Risikos ist Ergebnis einer Studie mit 7 Millionen Fällen (US-Militärpersonal), die jetzt in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht wurde.

Danach profitieren vor allem Menschen mit heller Haut und Jugendliche von der immunmodulierenden Wirkung des Vitamin D. Je höher der Spiegel des Serums im Blut (zu ca. 90 Prozent durch Sonnenstrahlen, UV-B, über die Haut gebildet) , desto stärker die Schutzwirkung.

Alberto Ascherio (s. Foto) und sein Team von der Harvard School of Public Health in Boston, USA, stellten fest, dass das Fünftel der Probanden mit den höchsten Vitamin-D-Werten im Vergleich zu dem Fünftel mit den niedrigsten Werten ein um 62 Prozent verringertes Erkrankungsrisiko hatten.

Sonnenmangel vor allem im "Vitamin D-Winter"

?Die Hauptquelle für das Vitamin D ist die Produktion in der Haut?, erklärt Ascherio. Weil dazu Sonnenlicht benötigt werde, entwickelten viele Menschen im Winter, vor allem in unseren Breiten, einen Vitamin-D-Mangel, der durch Ernährung oder Nahrungsergänzung nicht ausgeglichen werden kann, wohl aber durch regelmäßige künstliche Besonnung.

Empfehlungen für die Beseitigung dieses Mangels wollten die Forscher allerdings noch nicht geben. Weitere Studien sollten zunächst das Ergebnis erhärten.

Bedeutung des "Sonnenschein-Vitamins" einmal mehr unterstrichen

Diese Studie bestätigt einmal mehr die überragende Bedeutung des "Sonnenschein-Vitamins" für das Immunsystem und die Kontrolle von Autoimmun-Reaktionen. Bereits in frühere Studien hatten einen Zusammenhang von Sonneneinstrahlung und MS festgestellt. Je weiter im Süden die Menschen leben, desto geringer ist ihr Risiko, an MS zu erkranken.

Je nördlicher der Wohnort, desto länger der "Vitamin D-Winter" in dem auch bei sonnigem Wetter wenig oder garkein Vitamin D in der Haut gebildet werden kann. Das Vitamin D-Defizit, vor allem am Ende des Winters, begünstigt nicht nur Rachitis und Osteoporose, wie seit langem bekannt, sondern erhöht unter anderem auch das Risiko, an verschiedenen Krebsarten, an Herz-Kreislaufschwäche, Schizophrenie zu erkranken.

Quelle: JAMA

Studie: Kassandra Munger, Lynn Levin, Bruce Hollis, Noel Howard, Alberto Ascherio, Serum 25-Hydroxyvitamin D Levels and Risk of Multiple Sclerosis, JAMA, December 20, 2006?Vol. 296, No. 23.

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