Bereits im vergangenen Jahr hatten eine Reihe von Studien zur Schutzwirkung von Vitamin D vor Infektionskrankheiten und Fehlsteuerungen der Immunsystems Aufsehen erregt (Beispiel: "Die Grippe kommt wenn die Sonne geht")
Bei allen Autoimmunerkrankungen, wie Diabetes und Multipler Sklerose, wird nach und nach deutlicher, welche überragende immunregulierende Rolle der UV-Strahlen und des Vitamin D3 spielen, nicht nur bei der Vorbeugung sondern zunehmend auch bei der Behandlung.
Multiple Sklerose, Atemwegserkrankungen, Diabetes ? die Schutzwirkungen von Vitamin D reichen weit
Einige ausgewählte Studien der letzten Monate liefern darüber hinaus noch zusätzlich interessante Informationen:
- Sonne schütz vor Multipler Sklerose. Kinder, die sich häufiger an der Sonne aufhalten, erkranken später deutlich seltener an der tückischen Autoimmun-Erkrankung Multiple Sklerose (MS), so eine aktuelle Studie an der University of Southern California, Los Angeles. Die Forscher um Prof. Thomas M. Mack untersuchten 79 eineiige Zwillingspaaren, von denen jeweils nur ein Geschwisterteil unter MS litt.
Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass ein häufiger Aufenthalt im Freien das Risiko für MS je nach Art der Beschäftigung um 25 bis 57 Prozent verringerte. Für das Sonnenbaden errechneten die Wissenschaftler ein fast 50 Prozent niedrigeres Risiko. (s. oben auch unter "Problemgruppen") - Zwei Studien belegen die vorbeugende Wirkung von Vitamin D bei MS. Von allen bekannten Umweltfaktoren ist die Sonnen-Exposition (und im Zusammenhang damit: der Vitamin D-Status) der wichtigste einzelne Faktor für die Minderung des Risikos bei Multipler Sklerose.
Zu diesem Ergebnis kommen Forscher an der Harvard School of Public Health in Boston, USA, in einer umfassenden Review-Studie zu den Risiko-Faktoren für MS. - Auch eine weitere Langzeitstudie aus Finnland und eine sehr spezifische Studie aus Norwegen über Immunabwehr eines Virus belegen diesen Zusammenhang.
Sonnenlicht und Vitamin D wirken der durch Interleukin-2 aktivierten Nervenzerstörung entgegen. In Äquatornähe ist MS selten, weil die Haut im Sonnenlicht Vitamin D bildet. Im vergleichsweise lichtarmen Mittel- und Nordeuropa tritt MS dagegen gehäuft auf ? außer in den Küstenregionen Norwegens, wo der hohe Vitamin-D-Gehalt des Fischöls das Sonnenlicht ersetzt. - Vitamin D- und Kalzium-Mangel können zu fehlerhafte Regulierung des Blutzuckers führen, eine ausreichende Versorgung dagegen schützt vor Diabetes 2.
Das ist das Ergebnis einer umfassenden Review-Studie und Meta-Analyse einer Forschergruppe an den Tufts und Harvard Universitäten in Boston, USA. - Vitamin D Mangel bei Mutter und Kind mit Diabetes.Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Insulin-Ausschüttung im Körper. Sein Mangel kann zu gravierenden gesundheitlichen Schäden bei Mutter und Kind führen. Mehr als 70% der schwangeren Frauen mit Diabetes leiden unter einem Mangel an Vitamin D (25-hydroxyvitamin D), so das Ergebnis einer Studie am Medizinischen Institut der Universität Teheran mit 741 Frauen aus fünf verschiedenen Klinken des Landes.
- Mit Sonne lässt sich`s leichter atmen! Unter moderater UV-Bestrahlung verringern sich die Symptome bei Entzündungen der Atemwege und bei Asthma-Anfällen.
Das haben jetzt die australische Forscherin Prue Hart und ihre Kollegen entdeckt. Sie bestrahlten Mäuse, die einige Asthmasymptome wie entzündliche Bronchien zeigten, für rund 15 bis 30 Minuten mit UV-Strahlen. Danach setzten sie die Tiere Substanzen aus, die normalerweise eine allergische Asthmareaktion auslösen. Sie stellten fest, dass diese Reaktion nach der Bestrahlung deutlich schwächer ausfiel.
Der Grund: Die Sonnenstrahlen dämpfen die überschießenden Immunreaktionen auf allergieauslösende Substanzen bei Asthmaanfällen. In weiteren Studien wollen die Wissenschaftler diese Verbindung von Sonnenstrahlen und Immunreaktionen detaillierter untersuchen. - Atemnot bei Kindern von Müttern mit Vitamin D-Mangel. Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft einen niedrigen Vitamin D-Spiegel im Blut aufweisen, leiden bis zu ihren 3. Lebensjahr häufiger unter Anfällen von Atemnot, eine Vorform von Asthma. Zwei Studien in USA und Schottland kommen gleichzeitig zu diesem Ergebnis.
- Vitamin D stärkt die Funktion der Atemwege. Zwei frühere Studien weisen zum ersten Mal nach, dass das ?Sonnenschein-Vitamin? D3 die Lungenfunktionen stärkt und Lungenkranken das Atmen erleichtert. Vor allem Ältere und Raucher scheinen besonders von diesem Effekt zu profitieren.
Auch bei bestimmten Asthma-Erkrankungen, die bisher mit den üblichen Asthma-Medikamenten nicht erfolgreich behandelt werden konnten, zeigten sich Erfolge nach Vitamin D-Behandlung.