Solarien moderner Bauart, die mit UV-Fluoreszenzlampen (Niederdrucklampen) und/oder Halogen-Metalldampflampen (Hochdrucklampen) ausgestattet sind, erzeugen in der Regel eine UV-Bestrahlungsstärke zwischen etwa 150 und 350 Watt/qm. In Einzelfällen kann die UV-Bestrahlungsstärke auch bis zu 1000 Watt/qm betragen.
Ähnliche Strahlungs-Spektren
Zum Vergleich: Die senkrecht stehende Sonne (Äquator) hat eine Gesamtbestrahlungsstärke von rund 1200 W/qm.
Das Emissionsspektrum von Solarien deckt, wie die natürliche Sonne, den Bereich von etwa 295 bis 400 nm ab, d.h. es wird sowohl UV-Strahlung im UVB- (280 - 315 nm) als auch im UVA-Spektrum (315 - 400 nm) abgegeben. Üblicherweise liegt der auf den UVB-Bereich entfallende Anteil zwischen 0,7 und 2,5 %.
Solarien, die ausschließlich UVA-Strahlung (oberhalb 315 nm) abgeben, werden nur noch im medizinisch-therapeutischen Bereich eingesetzt. Sowohl im Sonnenstudio als auch im privaten Bereich werden sie heute nicht mehr angewandt. Ihr Marktanteil ist mit deutlich unterhalb von 1 % anzusetzen.

Das Sonnen-Spektrum

Referenz-Sonne
Im Vergleich zur Referenzsonne (entspricht der Tropensonne) muss man zwei Betrachtungsweisen unterscheiden.
Physikalische Betrachtung:
Die spektrale Verteilung von UV-Lampen kann aus technischen Gründen nur annähernd der der Sonne entsprechen. Dabei haben Solarien bei etwa gleicher UVB-Bestrahlungsstärke in der Regel eine etwa 3 bis 5mal höhere UVA-Bestrahlungsstärke als die Sonne. In Prozent ausgedrückt und auf den UVB-Anteil bezogen heißt das: Das Spektrum der Sonne kann einen UVB-Anteil von bis zu 4 % haben, dagegen liegt der UVB-Anteil bei Solarien nur bis 2,5 %.
Hautwirksame Betrachtung:
Hierbei wird berücksichtigt, welche biologischen Effekte die physikalische Strahlung in der Haut hervorruft.
Je nach Wellenlänge sind diese unterschiedlich.
Dabei ist UVB-Strahlung für die Effekte, wie z.B. Sonnenbrand und akute Augenschädigung, zuständig. Aber auch gesundheitlich positive Wirkungen, wie die Vitamin D3-Synthese werden durch UVB gesteuert.
Die UVA-Strahlung ist für diese Effekte weniger wirksam.
Der wichtigste hautwirksame Effekt ist der Sonnenbrand, wissenschaftlich Erythembildung genannt. Hierbei hat UVA-Strahlung im Mittel eine bis zu 1.000-mal schwächere Wirkung als UVB-Strahlung.
Die Dosis macht?s
Neben dem Vergleich der Bestrahlungsstärken muss man auch einen Vergleich zwischen den auftretenden Dosen bei Besonnung am Strand und im Solarium machen.
Eine auftretende Bestrahlungsstärke braucht nämlich auch eine Einwirkzeit, um einen Effekt hervorzurufen. Dabei gilt das Gesetz von Bunsen-Roscoe, welches besagt, dass Bestrahlungsstärke mal Bestrahlungszeit, also die Dosis, den Effekt bestimmt.
Bei einer Verweildauer im Solarium von durchschnittlich 15 Minuten werden geringer wirksame Dosen verabreicht, als bei einem Aufenthalt von 1 Stunde in der Tropensonne.
Mit der richtigen UV-Licht-Dosis kann man im Solarium auch etwas für seine Gesundheit tun.
Gesundheitswirkungen
Studien der Berliner Charité, der Universität Boston und des schwedischen Karolinska-Instituts, alle führend auf dem Gebiet der Phototherapie, machen inzwischen auf eine ganze Reihe von gesundheitlichen Wirkungen aufmerksam. Zu nennen sind dabei Erkenntnisse über eine bessere Knochengesundheit, über einen günstigeren Verlauf von Hautkrankheiten, über Vorbeugung gegen bestimmte Krebsarten (Prostata, Brust- und Lymphdrüsenkrebs), aber auch über Herabsetzung des Risikos von Immunkrankheiten u. a. m.
In ihrer Forschung setzen sie meist handelsübliche Sonnenbänke ein ? auch dieser Aspekt bleibt meistens der Öffentlichkeit verborgen.
Weitere Forschungsergebnisse weisen auf die wohltuenden psychischen Effekte hin.
Sonne, Besonnung und Wohlbefinden
So hat die Hochschule der Medien, Stuttgart, in ihren seit 1986 durchgeführten Studien immer wieder nachweisen können, dass sich Stress-Erscheinungen unterschiedlichster Art schon bei einem 15 Minuten-Aufenthalt im Solarium massiv reduzieren lassen.
Vor allem sind es die im beruflichen Alltag auftretenden Spannungen, die günstig beeinflusst werden können.
Es gibt einen großen Markt von Männer und Frauen über 18 Jahre in Deutschland, die gerne diese gesundheitlichen Effekte für Körper und Psyche nutzen wollen. Die repräsentativen Studien sprechen von 9 Millionen Interessenten, die darauf warten, dass die Sonnenstudios dafür Dienstleistungen anbieten.
Für jeden Hauttyp kann heute in den modernen Solarien ein Besonnungsplan erstellt werden, der die richtige Dosis garantiert und neben der Gesundheit auch noch etwas für die Schönheit tut. Das geht natürlich nicht zum Discountpreis, sondern nur für einen leistungs-adäquaten Preis. Dieser liegt nach Erfahrungen bei 7 bis 10 Euro für eine Besonnung. Und erstaunlicherweise nehmen die Kunden diesen Preis auch an, wenn die Beratung stimmt. Studios, die über ein professionelles und umfangreiches Beratungsangebot verfügen, haben neuesten Marktanalysen zufolge weniger Probleme als diejenigen, die sich mit dieser Problematik nicht bzw. unzureichend auseinandersetzen.
Prof. Eberhard N. Wüst