Vitamin D (Erklärung im BfB-Glossar, auch: Vitamin D-Mangel)wird, in einem komplizierten Prozess, ganz überwiegend (bis zu 90%) durch Sonnenstrahlen im UV-B-Bereich über die Haut im Körper selbst gebildet. Es kann nur unzureichend durch die Nahrung aufgenommen oder durch Nahrungsergänzung dem Körper zur Verfügung gestellt werden. (s. Graphik - bitte anklicken zur Vergrößerung) Das hat dem Vitamin den Namen ?Sonnenschein-Vitamin? eingetragen.
Die ausreichende Versorgung mit Vitamin D durch ausreichende Besonnung ist sehr viel wichtiger für die Gesundheit, als man das noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten hätte. Strittig ist allerdings, wie viel Sonne ist ausreichend, wann schlägt die schützende Kraft der Sonne um in die krankmachende Schädigung der Hautzellen, die vom ?Reparaturbetrieb? des Körpers nicht mehr bewältigt werden kann.
Auch in dieser Frage aber gibt es inzwischen nach einer Fülle von Studien einen wissenschaftlichen Konsens darüber, dass es vor allem in Ländern unserer Breitengrade einen weit verbreiteten Vitamin D-Mangel auch unter ansonsten gesunden Menschen gibt ? mit den bekannten Folgen für die Gesundheit.
Nicht nur bestreiten bei uns einige Organisationen wie die Deutsche Krebshilfe diese unbestreitbare Tatsache sondern versteigen sich auch zu der absurden Behauptung, selbst mitten im Winter reiche es aus, Gesicht und Hände für ein paar Minuten der Sonne auszusetzen (s. Graphik - bitte anklicken zur Vergrößerung).
Dieser Unsinn ist seit Jahren widerlegt und auch in unserem Berichtszeitraum 2007 erschien eine Untersuchung zu diesem Thema:
Wie auch frühere Untersuchungen kommt die neue Studie aus Norwegen zu dem Ergebnis, dass dort ab Oktober bis einschließlich März/April überhaupt kein Vitamin D durch Sonneneinstrahlung auf das Gesicht gebildet wird.
Einzige Ausnahme: Bei Menschen mit extrem niedrigem Spiegel an Vitamin D-Serum im Blut kann es in begrenztem Umfang auch bereits ab März eines Jahres zu Vitamin D-Bildung durch Sonnenbestrahlung der Haut kommen.
(Studie: Ola Engelsen e al., The solar UV radiation level needed for cutaneous production of vitamin D3 in the face. A study conducted among subjects living at a high latitude (68° N), Photochemical and Photobiological Sciences, 2007, 6, 57 ? 62)
Ola Engelsen hat einen interaktiven "Vitamin D3-Rechner" in verschiedenen Varianten ins Internet gestellt, an dem jeder seine individuelle Vitmain D-Produktion an einem bestimmten Ort des Globus zu einer bestimmen Zeit im Jahr, bei bestimmter Höhe, Ozon-Dichte etc. selbst errechnen kann:
http://zardoz.nilu.no/~olaeng/fastrt/VitD.html
einfacher zu bedienen:
http://zardoz.nilu.no/~olaeng/fastrt/VitD-ez.html
Einige Monate später erschien eine ungarische Studie mit dem im Prinzip gleichen Ergebnis trotz der wesentlich südlicheren Lage von Budapest, dem Testort.