
Solarkosmetik 6 - Selbstbräuner und Bräunungsverstärker
Braun ohne Sonne oder Solarien
Im weitesten Sinne - und zunehmend - als Alternative zur künstlichen Besonnung im Blickpunkt der Bräunungs-Freaks noch eine neuere Entwicklung:
Die Selbstbräuner.
Wem es nur und ausschließlich um die braune Haut geht, nicht auch um die Gesundheits- und Wellness-Effekte der künstlichen Besonnung, der greift zu jedem Mittel, das die gewünschte Farbe der Haut in der kürzest möglichen Zeit für den längst möglichen Zeitraum sicherstellt.
Den bekannten und ständig verbesserten Bräunungscremes und den immer mal wieder auftauchenden Bräunungspillen gesellen sich in letzter Zeit innovative Produkte und Techniken hinzu ? wie die Bräunungsdusche (Spray On Tanning) oder das noch in der Entwicklung steckende Melanotan-Implantat.
Selbstbräuner ? wie das geht und wann das Sinn macht
Dies ist der Bereich der Solarkosmetik ? soweit man die Selbstbräuner noch dazurechnen will ? mit den wohl spektakulärsten Entwicklungen, deren Erfolg von der Welle der Warnungen vor dem UV-Licht profitieren. Ziel ist die Bräunung der Haut ohne Sonne oder Solarium und damit ohne UV-Strahlen, vor allem für Leute mit hochempfindlicher Haut und etwa dem Hauttyp I eine Chance, doch noch zu einer dunkleren Hauttönung zu kommen.
Zucker auf die Haut
In ihrer ?traditionellen? Form basieren die Selbstbräuner auf einer chemischen Reaktion, die einen bräunlichen Stoff in der Hautoberfläche erzeugt. Als Wirkstoff hat sich vor allem das DHA (Dihydroxyaceton), eine Art fermentierter Rohzucker, durchgesetzt.
In einer chemischen Reaktion, der nur in der obersten Hornschicht der Haut abläuft, wird ein braunes Molekül erzeugt, das allerdings relativ rasch wieder abgebaut wird bzw. durch die natürliche Abschuppung der Hornhaut wieder verschwindet.
Neue Wirkstoffe
Die modernen Selbstbräunungscremes gehen inzwischen aber weit über diesen einfachen Wirkmechanismus hinaus.
- Mit weiteren Zucker- (Erythrulose) und anderen (z.B. Walnuss-Essenzen) Ingredienzien wird die Bräunungswirkung verstärkt.
- Die unangenehme Geruchsbildung wird mit natürlichen Aromastoffen überdeckt.
- Die Durchblutung der Haut wird ? wie beim oben erwähnten ?Tingle-Faktor? - durch z.B. Methyl-Nikotinat gefördert und dadurch eine tiefere Tönung erzeugt.
- Da auch die Selbstbräuner die Haut austrocknen, werden die unterschiedlichsten heilenden und feuchtigkeitsspendenden Pflegestoffe in die Cremes eingebaut.
Inzwischen sind diese Selbstbräuner-Cremes in ihrer Konsistenz so weit entwickelt, dass die gleichmäßige Verteilung auf der Haut problemlos möglich und damit die gefürchtete Streifenbildung unwahrscheinlich wird.
Die Bräunungspille
Immer wieder werden Versuche zur sonnenlosen Bräunung mit einer anderen Methode unternommen: Der Bräunungspille. Zumeist basiert der Wirkstoff in diesen Pillen auf Betacarotin (Canthaxathin) und zeitigt daher eine oft nicht als optimal empfundene Hautfärbung, die dann durch andere Wirkweisen wieder korrigiert werden muss.
Anders als die von Sonnenlicht erzeugte (und beschleunigte) Bräunung schützt die Bräunung der Haut durch Selbstbräuner nicht vor den schädigenden UV-Strahlen. Die ?kunstgebräunte? Haut muss also genauso geschützt werden wie die völlig ungebräunte Haut. Durch die Illusion einer schützenden Hautbräunung wird dieser Aspekt oftmals übersehen und es kommt zu Hautverbrennungen mit den bekannten negativen Folgen.
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