Bundesfachverband für Besonnung
Licht ist Leben

SolariumForum - Teilnehmer-Treffen auf der Solaria

Lösungen für die Branche in der Krise - Kontrovers diskutiert

Erwartet wurden 15 Teilnehmer zum ersten Treffen der Teilnehmer aus dem SolariumForum, es wurden schließlich 30 - nichts was nicht mit ein paar Extra-Tischen und Stühlen zu richten war.

Als Gäste hatten sich die BfB-Vorstände Dr. Schmid-Keiner und Beheim eingefunden und einige Studio-Betreiber, die zufällig (oder von Edgar Beheim) auf der Solaria gehört hatten, dass hier Wichtiges aus der Branche diskutiert würde.

Und so war`s denn auch!

Kaum hatte sich McGyver (alias Rüdiger Lux), Gründer und Moderator des SolariumForum.de, bei seiner Begrüßung den verdienten Applaus abgeholt hatte und die Vorstellungsrunde mit der spannenden Lüftung der Inkognita, der Personen hinter den Forums-Alias, abehakt war, da ging es schon zur Sache.

Club und Wider-Club

Zunächst ausgelöst - und gewürzt - durch die Anwesenheit von Edgar Beheim, Sonnenstudio No. 1 und engagierter Vertreter eines Club-Konzepts als rettende Geschäftsidee für die notleidende Branche.

Und da schieden sich die Geister - radikal. Club ja oder nein?

Beheim verwies auf die rigorosen Qualitätsstandards und obligatorischen Beratungsleistungen in seinen Studios und auf nachprüfbare Statistiken, die belegen könnten, dass das Club-Abonnement nicht, wie die Kritiker behaupteten, zu Über-Besonnung und "UV-Missbrauch" führten (er nannte 3,6 Besonnungen/Monat im Durchschnitt).

Das konnte die Kritiker nicht umstimmen. Zu den statistischen und betriebswirtschaftlichen ("kann sich das lohnen?") Zweifeln kam der Vorwurf, die Club-Vertragsbedingungen verstießen gegen RTS-Richtlinien. Was Beheim vehement bestritt.

Damit mündete die Diskussion zwangsläufig in zwei verwandte Themen:
"Was tun gegen den Preisverfall und das selbsmörderische Preis-Dumping" und
"Sinn und Unsinn der Zertifizierung".

Qualität, Zertifizierung und Marke als Voraussetzung für Hochpreis-Politik?

Man war sich einig, dass die Besonnungspreise durch sinnlose Wettbewerbspraktiken im Keller, lebensbedrohend aber mittelfristig unabänderlich verdorben seien, während die Chancen von Kostenreduzierungen gering erschienen. Über technische Kunstgriffe und gescheiterte Versuche, sich regional untereinander zu verständigen, wurde berichtet.

Die Alternative: Durch Qualitätskontrolle, Qualitätssiegel und mit der aggressiven Durchsetzung einer "Marke Zertifiertes Solarium" einen lebensfähigen Hochpreis-Sektor zuschaffen und langfristig damit den Markt zu dominieren, wurde verhalten skeptisch diskutiert.

Zertifizierung: Rest-Zweifel

Überraschenderweise gab es über Sinn und Wünschbarkeit der Zertifizierung allgemeine Übereinstimmung. Zertifizierung ist richtig, notwendig, aber....

Zweifel machten sich fest an folgenden Punkten:

1. Das Verhalten der "Kern-Nutzer", der "Besonnungs-Freaks" - schon eine intensive Beratung mit einschränkenden Empfehlungen, so die Berichte mehrerer Teilnehmer, führten oft genug zur "Flucht" der finster "Bräunungs-Entschlossenen" (ebenso wie oft nur marginale Preisunterschiede). Ein Verlust, der erst einmal durch "qualitätsbewusste" Neukunden kompensiert werden müsste. (An dieser Stelle berichtete Dr. Schmid-Keiner von den Erfahrungen der bisher zertifizierten Studios: Keines der Studios habe bisher Netto-Verluste an Kunden berichtet, einige dagegen über spürbare Zuwächse in wichtigen Kundensegmenten. Allerdings sei die Zeit natürlich noch zu kurz für abschließende Urteile.)

2. Viele Studios könnten nach den mageren Jahren die Investitionen und das damit verbundene Risiko nicht tragen. Müßte nicht für diese Studios das Risiko durch unterstützende Maßnahmen für eine Übergangszeit abgefedert werden, um die für die Durchsetzung des Zertifizierungs-Konzepts notwendigen "Massen" zu erreichen.

3. Die Bekanntmachung und die Durchsetzung einer Qualitätsmarke in der interessierten Öffentlichkeit setze ein sehr viel größeres Eingagement und eine koordinierte Anstrengung der gesamten Branche voraus. Davon sei man bisher noch weit entfernt.

4. Die Glaubwürdigkeit einer Marke "Zeritifiziertes Solarium" und damit die Chancen des gesamten Konzepts sei bedroht ebenso durch die Schwierigkeiten bei der Umsetzung in der täglichen Praxis

(was tun z.B., wenn ein Kunde trotz intensiver Beratung sich nicht an den "vorgeschriebenen" Besonnungsplan und die Bestrahlungstärken hält, wie, wann und durch wen wird die Einhaltung der RTS-Kriterien in den zertifizierten Studios kontrolliert?)

wie auch durch Kompromisse bei der Zertifizierung selbst. Dabei wurde die Zertifizierung von sechs Sunpoint-Studios zitiert: Ist das Sunpoint-Konzept mit den Zertifizierungskriterien vereinbar? oder wird hier ein Auge zugedrückt?

Diese Fragen wurden im Anschluss an die Veranstaltung dem Geschäftsführer der Zertifizierungsstelle SGB, Markus Braun, gestellt. Die Antworten finden Sie hier.

Dr. Schmid-Keiner betonte noch einmal ausdrücklich, dass die Zertifizierung kein bestimmtes Geschäftsmodell präjudiziere. Der Zertifizierungsprozess lasse dem Studio-Betreiber die freie Wahl - solange alle RTS-Kriterien erfüllt würden.

Der unentwegte Rest beschloss: "Da capo!"

Später dann, als die Gäste sich verabschiedet hatten und erste Erschöpfungszeichen sichtbar wurden, entspann sich eine ebenso vielseitige  wie "familiäre" Diskussion unterschiedlicher und überwiegend "lebenspraktischer" Themen  - beflügelt durch den bis dahin übersehenen Apfelkuchen - bis zu später Stunde sich ein Teil der Runde auf die längst laufende MagaParty besann und sich die Runde auflöste mit dem festen Vorsatz, das Experiment - regelmäßig - zu wiederholen.

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