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Licht ist Leben

Selbstbräuner im Test

Überraschungen nicht ausgeschlossen! Eine Studie mit bedenklichen Befunden

Wer nicht ins Sonnenstudio will oder kann, greift oft zu chemischen Mitteln. Es gibt verschiedene Selbstbräuner und Bräunungsbeschleuniger auf dem Markt. Was können die und wie verträglich und sicher sind sie. Das haben Dr. Christina Burdinski von der Klinik für Dermatologie am Uniklinikum Mannheim und ihre Kollegen genauer untersucht.

Selbstbräuner: Süßstoff färbt Haut braun

Der am häufigsten verwendete Wirkstoff in Selbstbräunern ist der Süßstoff Dihydroxyaceton (DHA). Seine Bräunungseffekt wurde 1920 zufällig entdeckt.

DHA reagiert in der obersten Schicht der Epidermis mit Proteinen, wobei sich ein Melanin-ähnlicher brauner Farbstoff bildet. 

Um wie gewünscht zu wirken muss das Mittel gleichmäßig aufgetragen werden, Hornhaut sollte zuvor mit einem Peeling entfernt werden, da diese sich sonst dunkler färbt. Der Erfolg wird nach etwa einer Stunde sichtbar.

Bei heller Haut kann es zu gelbstichigen Brauntönen kommen. Außerdem verströmt DHA einen charakteristischen Geruch, der sich auch nicht mit Parfum überdecken läßt. Und noch einen Nachteil gibt es bei dieser Form der Bräunung: "Es besteht der Verdacht, daß Selbstbräuner zu einem DNA-Schaden und zu einer erhöhten Apoptoserate führen", berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Aktuelle Dermatologie 31, 2005.

Bräunungsbeschleuniger: Melanozyten stimulieren

Die Alternative: Bräunungsbeschleuniger. Mit diesen Mitteln sollen dieMelanin-produzierenden Melanozyten stimuliert werden. Die Effektivität konnte in Studien bisher jedoch nicht nachgewiesen werden. Die dabei verwendeten Inhaltsstoffe sind keineswegs immer harmlos.

Darunter ist auch natürliches Melanin, das der Haut zwar die gewünschte Bräune verleiht, aber schon beim ersten Waschen verschwindet. Andere Inhaltsstoffe, etwa Muskatnuß, fördern die Durchblutung und täuschen einen Bräunungseffekt auf diese Weise nur vor.

Wenig wirksam, dafür aber gefährlich

Gefährlich wird es bei pflanzlichen Ölen, die phototoxische Reaktionen hervorrufen können. Burdinskis Fazit: "Bräunungsbeschleuniger zeigen keine effektive Wirksamkeit, sondern eher ein hohes Gefahrenpotential im Hinblick auf phototoxische oder photoallergische Reaktionen."

Mit 5 Kilo Möhren pro Tag sind Sie dabei

Aber es gibt ja noch die Bräune, die von innen kommt. Bekanntlich lagert sich Betacarotin in der Haut ab und führt zu einem gelblich-braunen Hautton. Doch wer auf diese Weise den Hautton ändern möchte, muß nach Burdinskis Angaben fünf Kilogramm Möhren am Tag verzehren.

Ein Kilo enthält etwa 70 mg Betacarotin. Doch nur etwa zehn Prozent werden aus rohen Möhren resorbiert. Wer keine Möhren mag, kann Betacarotin auch in Kapseln einnehmen.

Bräune aus der Spritze

Wirksamer aber ebenfalls nicht harmlos: Die subkutane Injektion von Melanin-stimulierendem Hormon (MSH). Über zehn Tage täglich einmal gespritzt steigere diese Behandlung nachweislich die Melaninproduktion, so Burdinski. Doch auch hier gibt es einen Schönheitsfehler: Unerwünschte Effekte sind etwa Flush, Müdigkeit und Übelkeit.

Quelle: ÄrzteZeitung