Bundesfachverband für Besonnung
Licht ist Leben

Sonnen-Skeptiker auf dem Rückzug

Fachverbände korrigieren Richtlinien zu Sonne und Solarium

Die Wirkungen des "Sonnen-Vitamins" (Vergrößern durch Klicken auf die Graphik)

Allmählich zeichnet sich - unter dem Eindruck immer neuer Belege für die heilende Kraft der Sonne und die Schutzwirkung des Vitamins D3 vor verschiedenen Krebsformen und chronischer Erkrankungen - ein schrittweises Umdenken der Solariengegner ab.

Eine medizinische Lehrmeinung gerät ins Wanken

Jahrzehnte lang riefen Hautärzte dazu auf, die Sonne möglichst zu meiden oder den Körper wenigstens mit Sonnencreme vor der UV-Strahlung zu schützen. Nun häufen sich die Indizien dafür, dass Sonneneinstrahlung - in Maßen genossen - dem Körper durchaus nutzt.

Denn Sonnenlicht regt die Bildung von Vitamin D an. Allein in den vergangenen drei Monaten erschienen vier Studien, die eine Schutzwirkung des Vitamins vor verschiedenen Krebsformen belegen - bei Lymphom, Prostatakrebs, Lungenkrebs und sogar Hautkrebs. Auch für eine präventive Wirkung gegen Darmkrebs gibt es Hinweise.

Zwar sind die Gefahren übermäßigen Sonnenbadens unbestritten. Aber immer mehr Mediziner empfehlen, sich maßvoll der Sonne auszusetzen und dabei den wohltuenden Einfluss der Strahlung nicht durch Sonnencreme abzublocken. Der Tenor lautet: Zu viel Sonne ist schlecht, zu wenig Sonne ist aber noch schlechter.

Selbst in Australien, wo durch das Ozonloch extreme UV-Verhältnisse herrschen haben die verschiedenen Verbände und Vereinigungen, einschliesslich der australischen Dermatologen ein Konsenspapier verabschiedet, in dem die Notwendigkeit ausreichender Besonnung gewürdigt wird. Eine Empfehlung für die Besonnung in Solarien wurde allerdings (noch) nicht ausgeprochen.
("Risks and Benefits of Sun Exposure", PDF  165 kb ). Bereits 2002 plädierten renommierte Dermatologen von der Universität Bristol, UK, für eine Neubewertung der Besonnungs-Richtlinien (Are we still dying for a tan? Journal of Cosmetic Dermatology 1, 43?46).

Sonne verhindert 30 mal so viele Krebstode wie sie verursacht

Der Mediziner Edward Giovannucci von der Universität Harvard hat Berechnungen aufgestellt, wonach auf jeden durch Sonneneinfluss verursachten Hautkrebs-Toten 30 Menschen kommen, die durch Vitamin D vor dem Krebstod bewahrt werden. Der Wissenschaftler ist überzeugt davon, dass Vitamin D der beste Schutz vor Tumoren überhaupt ist.

Für einen solchen Einfluss sprechen viele Hinweise: Mehrere Studien ergaben, dass Menschen mit hohen Vitamin-D-Werten seltener an Krebs erkranken. Zudem treten Tumoren meist bei älteren Menschen auf, deren Haut generell weniger Vitamin D produziert. Und Schwarze, deren Haut pigmentbedingt ebenfalls weniger Vitamin D bildet, erkranken häufiger an Krebs als Weiße. Schließlich sind die Krebsraten in nördlichen Regionen wie etwa Skandinavien, wo sich die Sonneneinstrahlung im Winter arg in Grenzen hält, höher als in südlichen, sonnigeren Gefilden.

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Der Endokrinologe Michael Holick von der Universität Boston rät in seinem Buch "Schützendes Sonnenlicht" (Im englischen Original:»The UV Advantage») dazu, sich das wertvolle Vitamin maßvoll über das Sonnenlicht zu holen. «Ich verteidige den gesunden Menschenverstand", erläutert Holick: Tödliche Fälle von Hautkrebs seien im Vergleich zu anderen Krebsarten sehr selten. Zudem gebe es keinen sicheren Hinweis dafür, dass maßvolle Aufenthalte in der Sonne das Hautkrebs-Risiko erhöhen.

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Mehr Sonne - Mit Verstand! Sonnen-Gegner denken um

Angesichts dieser Indizienfülle überdenkt mittlerweile sogar die Amerikanische Krebs-Vereinigung (American Cancer Society, ACS) ihre Richtlinien zum Sonnenschutz.

"Es gibt inzwischen bemerkenswerte Hinweise dafür, dass Vitamin D sowohl bei der Prävention als auch bei der Behandlung mancher Krebsarten eine Rolle spielt", sagt der ACS-Chefepidemiologe Michael Thun.

Und selbst unter den Gralshütern des alten Dogmas, den Dermatologen, nimmt die Zahl der Zweifler zu: "Die Hinweise mehren sich und werden immer zwingender", räumt der New Yorker Hautmediziner Allan Halpern ein. Unklar sei allerdings, wie viel Vitamin D der Körper brauche und wo er es am besten bekomme.

Letze Bastionen

Der Amerikanische Dermatologen Verband (AAD), der kürzlich erst eine Kampagne zur Sonnenmeidung startete, bekämpft diese Meinung entschieden: "Auch wenn der gesundheitliche Nutzen von Vitamin D bekannt ist, ist die Empfehlung von Sonnenlicht als Vitamin-D-Quelle absolut unverantwortlich", klagt Verbandspräsident Clay Cockerell.