Drei besonders schwierige Aspekte einer vernünftigen Balance aus notwendiger Sonnenexposition und Schutz vor UV-Schäden sind die Themen
Bei allen drei Themen machen die ?emotionale Überfrachtung? eine sachliche Diskussion sehr schwierig. Diese Möglichkeit zur Emotionalisierung wird daher von den Solariengegnern bedenkenlos und mit Erfolg ausgenutzt.
Mitten in der Sommer-Ferienzeit erschienen gleich vier Studien zum Thema ?Kinder, Jugendliche und Sonne?:
Diese neuen Belege in einer inzwischen langen Reihe von wissenschaftlichen Hinweisen auf die Bedeutung der Sonne und der Besonnung auch und gerade in jüngeren Jahren, verdeutlicht noch schärfer als bei den Erwachsenen das Problem von: ?Zu wenig Sonne - zu viel Sonne!?
Einerseits ist der Sonnenschutz bei Kindern und Jugendlichen von besonderer Bedeutung, da zumindest im frühen Alter bis etwas zur Pubertät die ?Selbstverteidigung? der Haut gegen UV-Schäden noch nicht voll ausgebildet ist.
Auf der anderen Seite weisen aber immer mehr renommierte Wissenschaftler auf die Gefahr unzureichender Besonnung gerade bei Jugendliche hin, vor allem aufgrund der veränderten Lebensbedingungen und Freizeitgewohnheiten.
Wo die Gefahr wirklich droht
Genau diesen Freizeitgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen geht eine weitere Studie aus Deutschland nach, die den Zusammenhang von ?Ferien im Süden? und der Bildung von Nävi (Muttermalen) bei Kindern untersucht. Nävi gelten unumstritten als Risikofaktoren für die Bildung von Hautkrebs im späteren Leben.
Wie in früheren Studien schon vermutet stellte sich heraus, dass die Zahl der Nävi nicht etwa durch längeren Aufenthalt in der Sonne sondern ausschließlich durch häufige, unvorbereitete, sozusagen schockartige Sonnenexposition gesteigert und damit das Melanom-Risiko erhöht wird.
Sprich: Kinder, die zuhause vor TV- und Bildschirmen oder ihren Spielkonsolen sitzen und kaum an die Sonne kommen, dann in den Ferien vom ersten Tag an ?gnadenlos? sonnen (s. die Studien zu Sonnenbränden bei Jugendlichen in den Sommerferien), sind die einzigen, die durch die Feriensonne gefährdet sind.
60 Prozent der Jugendlichen holen sich in den Ferein einen Sonnenbrand - oder mehrere
Das bestätigt mit dramatischen Zahlen eine Studie aus Belgien mit über 600 teilnehmenden Jugendlichen:
Danach setzten sich 70% der Jugendlichen (14-18 Jahre) im Hochsommer in den Ferien für mindestens 3 Stunden täglich der prallen Sonne aus. Rund 60 % der Befragten zogen sich dabei mindestens einen Sonnenbrand im abgelaufenen Jahr zu, 26,5% sogar zwei und mehr Sonnenbrände.
?Vernünftiges Sonnen? im Freien selten, im Studio die Regel ? gilt auch für Erwachsene
Häufige Sonnenbrände erhöhen, wie eine Übersichtsstudie in USA jetzt wieder nachweist, das Hautkrebs-Riskio um das Doppelte.
Gleichzeitig haben die Autoren des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) einen ständigen Anstieg der Sonnenbrandzahlen in den Jahren von 1999-2004 festgestellt. Inzwischen deutlich mehr als ein Drittel aller Erwachsenen holen sich jährlich ?ihren? Sonnenbrand im Freien.
Wie schon bei den Studien zum ?Sonnen-Verhalten? von Jugendlichen (ebenso hier) erweist sich auch hier, dass die Sonnen-Schutz-Kampagnen dort keine Wirkung zeigen, wo die Gefahr am größten ist: beim Freizeitverhalten der Menschen im Freien. Deutliche Spuren aber hinterlassen diese Kampagnen seit Jahren bei der künstlichen Besonnung in Sonnenstudios - wo Verbrennungen einen verschwindend kleinen Bruchteil der Gesamtzahl an Sonnenbränden ausmacht. Das gilt noch deutlich verstärkt für Qualitätsstudios, etwa solche mit dem Gütesiegel ?Geprüftes Sonnenstudio?.
Die Mär von der Melanom-Epidemie bei Jugendlichen
Während in den Medien-Äusserungen der Solariengegner immer noch das Gespenst einer dramatisch ansteigenden Zahl von Melanom-Erkrankungen auch und gerade bei Jugendlichen Karriere macht, marschiert die Wirklichkeit längst in die andere Richtung:
Tatsächlich war die Zahl der Erkrankungen von 1973 bis 1993 erheblich gestiegen. Seither aber ist sie ebenso deutlich - gefallen.
Das belegt eine Studie aus Schweden. Die Zahlen fielen von 5,0 Fällen pro einer Million in den Jahren 1983-92 steil ab auf 3,6/Million nur 10 Jahre später im Jahre 2002.
Die Überlebensrate bei den Jugendlichen (nach 5 Jahren) bei dieser gefährlichsten Hautkrebs-Art liegt inzwischen bei 90%.
Für die Beratung in Sonnenstudios ist die Frage ?Darf ich während der Schwangerschaft auf die Sonnenbank? in der Regel ein heikles Thema. Denn obwohl für Mutter und Kind keinerlei besondere Gefährdung durch die Bestrahlung besteht, kann die Haut der Mutter durch die hormonelle Umstellung anders reagieren als üblich und als die Hauttypenanalyse vermuten lässt.
Deshalb raten die meisten Studios zu Recht der Schwangeren, ihren Arzt vorher zu konsultieren.
Aber Vorsicht heißt eben nicht ?Vermeidung?.
Auch hier wieder einige in den letzten Monaten veröffentlichten Forschungsergebnisse:

Ein Studienschwerpunkt bei der Erforschung der Bedeutung von Sonne und Vitamin D für die Gesundheit sind die älteren Menschen über 50 Jahren. Hier nur beispielhaft vier Studien aus den letzten Monaten. Dabei stand neben der Abwehr von Osteoporose und Knochenbrüchen vor allem die geistige Fitness und Wendigkeit im Vordergrund.