Photomed Info-Mail - Neues zur LVD und Zertifizierung - Gepräch im Bundesumweltministerium 20.02.07

Hallo ###USER_name###,

Vor einigen Tagen hatten wir Ihnen die vorbereitenden Positionen der Solarien-Verbände u.a. für das Gespräch im Bundesumweltministerium vorgestellt, das gestern in Bonn stattfand. Die freundliche und konsens-geneigte Atmosphäre, in der das Gespräch auch mit ADP und Krebshilfe stattfand, konnte nicht ganz vergessen machen, dass es für alle Anwesenden einige Überraschungen gab - ob gut oder schlecht wird sich erst im Laufe der nächsten Monate zeigen.

 

In Bonn jedenfalls war man ungewöhnlich optimistisch.

 

Nach der Begrenzung der Bestrahlungsstärken - wie geht es weiter?

Zwei Themen standen auf der Tagesordnung:

  1. Die Folgen der LVD-Empfehlung für die "Inverkehrbringung" von Neugeräten (max. erythemwirksame Bestrahlungsstärke 0,3W/m2).
  2. Gemeinsame Initiativen - wie im Sommer 2006 von den Solarienverbänden vorgeschlagen - zur Beförderung der Zertifizierung von Sonnenstudios.

Ad 1. 0,3 - was nun?

Klar war ja bereits und wurde (mit unbedeutenden Restzweifeln) im Gespräch auch so bestätigt, dass die Produktion und der Verkauf von Geräten mit mehr als 0,3W/m2 erythemwirksame Bestrahlungsstärken  nach dem 23. Juli nicht mehr statthaft sein wird. Verantwortlich für die Einhaltung dieser Vorschrift sind in jedem Fall die Hersteller. Nach Auffassung des BMU müssen die Gerate gegen Manipulationen im Nachhinein gesichert sein.

 

Offen und daher mit besonderer Spannung erwartet: Das Thema "Altgeräte-Regelung". Wie und bis wann müssen die Altgeräte auf die neue Norm umgerüstet sein - und wer bestimmt das?

 

Und hier die erste Überraschung: Zuständig für die Altgeräte-Regulierung sind die Länder.

Eine länderübergreifende "Arbeitsgruppe Marktüberwachung" mit Fachbeamten für Sicherheitstechnik der Länder wird im Mai dieses Jahres zusammentreten und über dieses Thema beraten (und beschließen?). Ausgang offen.

 

In jedem Falle wird es  - wie von Photomed gefordert - angemessene Übergangsfristen geben.

 

Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig über die Notwendigkeit einer, ebenfalls von Photomed geforderten, Bestandsgarantie für zertifizierte Studios bis zum Auslauf der jeweiligen Zertifizierungsverträge (3 Jahre).

Das bedeutet, dass alle Sonnenstudios mit Zertifizierungen, die abgeschlossen werden vor einer (notwendigen und daher unvermeidbaren) Anpassung der Zertifizierungsrichtlinien in der UV-Fibel (voraussichtlich im Sommer d.J.) mit den Geräten (0,6 W/m2) über die Vertragslaufzeit werden arbeiten können.

 

 

2. Alle Gewehre auf`s Rathaus: Zertifizierung!

In ebenso schöner, wie ungewohnter Einmütigkeit stimmten alle Gesprächspartner einer großangelegten Aktion zur Beförderung der Zertifizierung von Sonnenstudios zu. 

Nicht nur BMU und BfS sondern auch die Krebshilfe und ADP beteiligen sich aktiv an dieser Aktion, die im Mai 2007 mit einer zentralen Pressekonferenz aller Beteiligten in Berlin starten wird.

De facto bedeutet das ein Ende der unfairen aber leider wirksamen Anti-Solarien-Kampagnen der Vergangenheit. Besonnung in zertifizierten Studios wird in der Öffentlichkeit "unangreifbar".

Vorab bereits werden die Noch-Nicht-Zertifizierten einen gemeinsamen Brief der Teilnehmer an dieser Geprächsrunde erhalten mit der dringenden Aufforderung, sich der Zertifizierung zu stellen.

 

Die Hersteller wollen sich darüber hinaus verpflichten, mehr Studios (die Rede ist von 250 Studios) als bisher angeboten bei der Finanzierung der Zeritifizierung zu unterstützen.

 

Dem Klima der Konferenz tat es auch keinen Abbruch, dass das BMU seine alte Drohung mit einem eigenen "Produktsicherheitsgesetzt" wiederholte, für den Fall, dass die Zertifizierung endgültig scheitern sollte.

 

Der Vorhang zu - und viele Fragen offen!

Nach dieser Konferenz bleibt vor allem die Ungewissheit über die Übergangsregelung bei den Altgeräten - und vor der Sitzung der Länder-Arbeitsgruppe im Mai wird sich daran nichts ändern. Die erhoffte Investitionssicherheit für die Studios steht damit nach wie vor aus.

 

Auf der "sicheren Seite" mit klaren, auch zeitgenauen Garantien sind nur die zertifizierten Studios.

 

Die neu gewonnen Gemeinsamkeiten aller Mitspieler auf dem Solarien-Feld zugunsten des Qualitätssiegels "Zertifiziertes Solarium" sollte nicht ungenutzt bleiben. Mal schauen, wieviele Gewehre am Ende auf dem Rathaus gezählt werden können.

 

Zu den Dokumenten

Die für diese Vorgänge relevanten Dokumente und Adressen im Internet:
http://ec.europa.eu/enterprise/electr_equipment/lv/guides/index.htm (Empfehlung LVD ADCO)
http://ec.europa.eu/health/ph_risk/committees/04_sccp/docs/sccp_o_031b.pdf (SCCP Gutachten)

 


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