Weitere Etappe im Kreuzzug gegen Sonne und Solarien - was tun?

Hallo ###USER_name###,

IARC Gefahrenkategorie 1
Die in die höchste Gefahrenkategorie eingeordneten Strahlen - Zum Vergrößeern bitte klicken

im Moment kommt es knüppeldicke.

Nach EU-Richtlinie und Euronorm (und der Erkenntnis nach dem ersten Schock, dass sich mit 0,3 auf gesichertem Grund ganz gut leben lässt), nach dem BfS-Meuchelmord an der Zertifizierung just in dem Moment, da die Branche sich nach jahrelangem Tiefschlaf die Augen rieb und noch etwas ungezielt in die Hände spucken wollte, nach Solariengesetz (mit dem man ebenfalls ganz gut zurechtzukommen hoffte) und drohenden Verordnungen schlägt nun die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bzw. ihr dermatologisch-wissenschaftlicher Vorposten gegen Sonne und UV-Strahlen, die internationale Agentur für Krebsforschung, IARC, zu:

Die Sonne, d.h. die Sonnenstrahlen, werden gemeinsam mit den Solarien in die oberste, gefährlichste Kategorie der Krebsverursacher gesteckt. Es gibt nichts Gefährlicheres, als in der Sonne oder auf der Sonnenbank zu liegen....

 

Für die Medien ein gefundenes Fressen. Nachdem heute früh die Nachrichtenagenturen die Verbannung von Sonne und Solarien in die Kategorie-1-Quarantäne gemeldet hatten, waren in kürzester Zeit die Meldungen in Varianten in den Online-Ausgaben von Zeitungen, TV und Internet-Portalen zu lesen. Morgen und in den nächsten Tagen werden die Print-Medien folgen.

 

Wenn der Lokalredakteur zweimal klingelt...

Es ist also nicht auszuschließen, dass sich Redakteure und Freie Mitarbeiter lokaler und regionaler Medien bei Ihnen melden, um Ihre Meinung zu diesem Ereignis einzuholen.

Für diesen Fall hier einige Informationen und Argumente. Außerdem sollten Sie sich die Zitate und die Videos von Prof. Holick und Prof. Moan auf dem Weblog ansehen. Die Argumente dieser Meinungsbildner haben natürlich ein erhebliches Gewicht

http://photomed.wordpress.com/2009/07/29/

  1. Die IARC-Einstufung von Sonne und Solarien als "mit Sicherheit karzinogen" (krebserzeugend) ist in der wissenschaftlichen Debatte heftig umstritten. Eine Reihe der angesehendsten, internationalen UV- und Vitamin D-Forscher haben öffentlich und scharf Front gemacht gegen die Schlussfolgerungen des IARC-Reports von Ende 2008, auf dem die jetzige Einstufung beruht. Die wichtigsten Argumente:
    • Einseitige Auswahl der beteilighten Wissenschaftler und der in die Betrachtung einbezogenen Studien.
    • Verkürzte und von der voraufgegangenen Analyse nicht abgedeckte Schlussfolgerungen.
  2. Wie üblich bei Angriffen gegen Sonne und Solarium werden die "weissen", vergleichweise harmlosen Hautkrebse in einen Topf geworfen mit dem gefährlichen, "schwarzen" Hautkrebs. Beide Krebsarten sind aber sowohl in ihrer Struktur als auch in ihrer Entstehung völlig verschieden.
  3. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass mäßiges Sonnen den "schwarzen" Hautkrebs (Melanom) verursache könnte. Es gibt aber eine Vielzahl von Studien, die nachweisen, dass regelmäßiges, moderates Sonnen die Haut vor dem Melanom schützt oder zumindest "neutral" ist.
  4. Studien belegen, dass Sonnen und dadurch die Bildung von ausreichendem Vitamin D-Serum in Blut die Chance erheblich erhöht, ein Melanom zu überleben.
  5. In vielen Studien wird die Bedeutung von Erbfaktoren für die Melanombildung belegt, regelmäßige Besonnung gehört nicht dazu.
  6. Das Melanom entsteht überwiegend an Körperstellen, die selten oder garnicht von der Sonne beschienen werden. Typisch: Bei Japanern entsteht das Melanoma häufig unter der Fußsohle. Versucht IARC uns zu erklären, dass Japaner in der Regel auf dem Kopf stehend sonnen?
  7. Es kann vermutet werden, dass übermäßiges Sonnen in längeren Abständen (typisch: Sonnenbrand am Beginn der Ferien) die Bildung von Melanoma fördert - insbesondere bei Sonnenbränden im Kindesalter.
  8. Regelmäßige, moderate Besonnung im Freien oder im Solarium führt zu einem gleichmäßigen, gesunden Vitamin D-Spiegel im Blut. Eine ausreichende Vitamin D-Versorgung reguliert die Zellteilung und schützt vor vielen Krebsarten - enschliesslich dem Melanom!
  9. Regelmäßige, moderate Besonnung im Freien oder im Solarium heilt oder schützt vor chronischen Erkrankungen, darunter Osteoporose, Osteomalazie und Muskelschwäche, Autoimmunerkrankungen wie Diabetes, Multiple Sklerose und TB, Herz- und Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, Nerven- und psychische Erkrankungen wie Alzheimer, Demenz oder Depressionen. Diese Wirkungen des "Sonnenschein-Vitamins" sind zum großen Teil in der wissenschaftlichen Diskussion nicht oder kaum noch umstritten.
  10. In den meisten Länder der Welt erhalten die Menschen eher zu wenig als zuviel Sonne - vor allem in den Industrieländern mit ihren "sonnenfernen" Lebens- und Arbeitsstilen. Die Einordnuing der UV-Strahlen der Sonne oder der Sonnenbank in die höchste Risiko-Kategorie für Krebs führt zu zusätzlichen,  katastrophalen Verhaltensänderungen der Menschen in ihrem Verhältnis zu Sonne und Besonnung mit weitreichenden negativen Folgen für die Gesundheit und vor allem für die Prävention chronischer Krankheiten. Diese Aktion der IARC könnte die Gesundheitssysteme der Länder viele Milliardenbeträge kosten - ganz abgesehen von den unnötigen Leiden chronisch kranker Menschen.

 

Wenn Sie in Ihren regionalen Zeitungen oder sonstigen Medien einseitige Berichte über die "Verbannung" von Solarien in die oberste Gefahren-Katgorie durch die WHO finden, wäre es sinnvoll sofort einen Leserbrief (im Internet einen Kommentar) mit diesen oder ähnlichen Argumenten zu verfassen.  Nur durch die regelmäßige, wiederholte und gut fundierte Einwirkung auf die Medien in möglichst großer Breite, kann die erdrückende Übermacht dermatologischer Einseitigkeiten zumindest ansatzweise gekontert werden.

 

Ihre Photomed-Redaktion


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