Bundesfachverband für Besonnung
Licht ist Leben

Wissenschaft 2007 zu Sonne und Gesundheit

"Sonnenschein-Vitamin" und Krebsvorbeugung

Am spektakulärsten sind sicher die jüngsten Erkenntnisse über die schützende Wirkung des Vitamin D bei nicht weniger als 15 verschiedenen Krebsarten. Dazu erschienen allein im ersten Halbjahr  ein gutes Dutzend neuer Studien. Hier nur einige davon:

Studien zu Vitamin D und Brustkrebs

  1. In einer weit gespannten Untersuchung in 15 Ländern aller Erdteile, die dann auf die Bevölkerungen von 177 Ländern hochgerechnet wurde, haben Forscher der Universität von Kalifornien in San Diego berechnet, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D weltweit pro Jahr 250.000 Darmkrebs- und 350.000 Brustkrebserkrankungen verhindern könnte. Davon würden die Menschen in Deutschland und anderen Ländern der nördlichen Halbkugel überproportional profitieren.
  2. Vor allem ? so eine Studie mit 1.000 Probanden am Mount Sinai Hospital in Toronto, Canada ? bei Mädchen und jüngeren Frauen wirkt der Vitamin D-Spiegel im Blut als Schutz vor dem Brustkrebs. Je länger und häufiger sich die Mädchen und Frauen im Alter von 10-19 Jahren an der Sonne aufgehalten hatten, um so geringer ihr Risiko, später an Brustkrebs zu erkranken. Bei Frauen ab 45 Jahren ließ sich dieser Zusammenhang nicht mehr nachweisen. 
  3. Eine weitere Arbeit an der Universität von San Diego konnte zeigen, dass Frauen mit den höchsten Serum-Werten an Vitamin D (25-hydroxyvitamin D) im Blut das geringste Risiko trugen, an Brustkrebs zu erkranken.

Studien zu Vitamin D und Darmkrebs

  1. Die Belege, mit den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Methoden erbracht, häufen sich seit Jahren: Ein Mangel an Vitamin D (25-Hydroxyvitamin D) Serum im Blut begünstigt die Entwicklung unter anderem von Darmkrebs.
    US-Wissenschaftler vom berühmten Dana-Farber Cancer Institute in Boston und ihre Kollegen werteten die riesigen Datenbestände zweier großer Studien aus, der Health Professionals Follow-up Study (HPFS) mit ausschließlich männlichen Probanden aus der Gesundheitsbranche und der Nurses? Health Study (NHS) mit weiblichen Probanden.
    Mit eindeutigem Ergebnis für alle Darmkrebsarten:
    Ausreichend Vitamin D schützt Männer wie Frauen vor Darmkrebs. 
  2. Bereits Anfang der Jahres veröffentlichte die renommierte Fachzeitschrift American Journal of Epidemiology ein Untersuchung zu diesem Thema.  Rund 85.000 Männer und 105.000 Frauen auf Hawaii und in Kalifornien im Alter über 45 Jahren hatten zwischen 1993 und 1996 umfangreiche Fragen nach ihren Lebens- und Essgewohnheiten beantwortet. Aus diesem Pool schöpften jetzt Forscher der Universitäten von Honolulu und Süd-Kalifornien bei einer Untersuchung der Frage nach der Bedeutung von Kalzium und Vitamin D für das Darmkrebsrisiko.
    Das Ergebnis bestätigt eine Reihe von anderen Studien der vergangenen Jahre: Kalzium und Vitamin D, vor allem in ihrem typischen Zusammenwirken, haben einen erheblichen Einfluss auf das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.
    ? Gleichzeitig erschien eine Studie von der Universität San Diego mit dem Ergebnis; dass ?... durch Erhöhung des Vitamin D Serums im Blut auf 34 ng/ml (Nanogramm/Milliliter) die Rate der Darmkrebs-Fälle um die Hälfte gesenkt werden könnte? so der Co-Autor, Edward D. Gorham. ?Am besten könnte das erreicht werden durch eine Kombination von richtiger Ernährung, Nahrungsergänzungen und täglichem Aufenthalt von 10-15 Minuten an der Sonne.?
    Das bedeute für einen hellhäutigen, ?kaukasischen? Typ: 15 Minuten am Mittag eines klaren Tags im Sommer mit 50 Prozent der Körperoberfläche unbedeckt. Dunklere Hauttypen müssten entsprechend länger sonnen.

Studien zu Vitamin D und Prostatakrebs

Ebenso gut belegt ist die vorbeugende Wirkung von Vitamin D für den Prostata-Krebs.

  1. Vor allem im Winter und Frühjahr, wenn die Sonne nicht kräftig genug scheint, mangelt es amerikanischen Männern an ausreichendem Vitamin D im Blut (25(OH)D bzw. 1,25(OH)2D). Dieser Mangel erhöht ihr Risiko, an Prostata-Krebs zu erkranken, um bis zu 70 Prozent.
    US-Forscher an der Harvard Medical und Public Health School analysierten die Daten von 14.916 Männern über einen Zeitraum von 18 Jahren und kamen zu dem Ergebnis, dass Männer mit einen Vitamin D-Mangel und insbesondere Männer mit einem besonders hohen genetischen Risiko wesentlich stärker gefährdet sind als Männer mit normalem oder gar optimalem Vitamin D-Spiegel im Blut.
  2. Bei der Analyse der Prostatakrebs-Fälle in den USA aus den vergangenen 45 Jahren wies die Forschergruppe um Dr. Gregory G. Schwartz an der Wake Forest University, North Carolina, USA, nach, dass vor allem in den sonnenärmeren Regionen der USA ein direkter Zusammenhang besteht zwischen der täglichen Menge an Sonnenstrahlen, denen ein Mann ausgesetzt ist, und seiner Chance, einen Prostatakrebs zu überleben.
    Je mehr Sonnenlicht, desto größer die Überlebenschance.
    Da nördlich des 40. Breitengrads (wie etwa auch in Deutschland) das Sonnenlicht im Winter nicht ausreicht, um Vitamin D3 in der Haut zu bilden, kommt es bei einem erheblichen Teil der Bevölkerung zu einem Defizit an Vitamin D im Blut mit fatalen Folgen im Falle einer Krebserkrankung.